Russland verkauft Gold – und der Preis bewegt sich kaum. Warum?

Shownotes

Russland verkauft Gold – und eigentlich müsste der Preis fallen. Mehr Angebot, weniger Preis. Klassische Marktlogik. Aber genau das passiert kaum.

In dieser Folge schauen wir hinter die Oberfläche des Goldmarkts und warum einfache Angebots-Nachfrage-Logik hier nicht ausreicht. Gold ist kein normaler Rohstoffmarkt. Während einzelne Staaten verkaufen, kaufen im Hintergrund Zentralbanken, Institutionen und langfristige Reservehalter weiter.

Das Ergebnis: Der Markt absorbiert Verkäufe, statt darauf zu reagieren.

Wir sprechen darüber, warum Gold eher ein Vertrauens- und geopolitisches Asset ist als ein klassischer Handelsmarkt – und warum deshalb nicht der Verkauf selbst zählt, sondern das System dahinter.
Am Ende wird klar: Gold bewegt sich nicht primär durch Flow, sondern durch Vertrauen.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Heute geht es um ein Thema, das auf den ersten Blick simpel klingt.

00:00:05: Aber in Wirklichkeit viel über die Struktur globaler Märkte verrät – Goldverkäufe!

00:00:12: Konkret warum selbst größere Verkäufer wie die von Russland im Moment den Goldpreis oft kaum nachhaltig bewegen?

00:00:21: Denn die intuitive Annahme wäre ja eigentlich nur logisch wenn ein großer Player gold verkauft stärkt das Angebot.

00:00:31: Mehr Angebot bei gleichbleibender Nachfrage heißt ja eigentlich fallende Preise, so funktioniert eigentlich jeder klassische Markt.

00:00:40: aber Gold ist kein klassischer Markt und genau hier beginnt das eigentliche Verständnis Denn Russland verkauft im Moment große Mengen Gold.

00:00:52: Sie haben nach wie vor eine sehr große Menge gold Aber sie verkaufen große mengen um ihr Haushaltsdefizit beziehungsweise den Krieg mit ihrem Nachbarstaat finanzieren zu können.

00:01:05: Und trotzdem sehen wir das aber beim Goldpreis nicht.

00:01:09: und exakt, dass es ein spannendes Superthema, das wir uns heute anschauen müssen.

00:01:13: und damit herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge hier im Trading Podcast von Forex Impulse!

00:01:20: Hier spricht wie gewohnt euer Tom und wenn man wirtschaftlich logisch denkt ist das die Standardgleichung Es wird was verkauft, Angebot steigt, Preis sinkt.

00:01:33: Das funktioniert bei nahezu allen Rohstoffen auch relativ gut.

00:01:38: Wir sehen das ja bei Öl.

00:01:41: Die Vorräte werden knapper der Brei steigt Man sieht es bei Weizen, bei Kupfer.

00:01:47: Alles reagiert kurzfristig auf Angebotsverschiebungen.

00:01:51: Aber Gold ist etwas, dass verhält sich anders.

00:01:56: Und der Grund ist nicht der physische Markt allein, sondern die Struktur dahinter.

00:02:01: Denn der sichtbare Spotmarkt ist ja nur ein kleiner Ausschnitt eines viel größeren Systems – was du auf dem Chart siehst bei Gold!

00:02:10: Ist nicht der gesamte Markt, es ist die Oberfläche.

00:02:13: Denn gold ist kein Konsumgut, das ist ein monetäres Asset.

00:02:18: Das Wichtigste hier als Unterschied zu Beginn Ich denke, das ist sie eben bewusst.

00:02:23: Aber einfach nochmal um drüber klar zu werden... Gold wird ja nicht verbraucht wie jetzt zum Beispiel Öl oder Gas!

00:02:31: Es wird gespeichert es wird gehortert und es werden Reserven aufgebaut.

00:02:37: Die ganzen Staaten halten gold als Reserve.

00:02:40: Privatpersonen halten Gold als Reserve.

00:02:44: Es ist etwas was man ja kauft und für sich irgendwo letztendlich sicher versucht aufzubewarmen, das heißt Zentralbanken halten ja Gold nicht weil sie Gold brauchen.

00:02:59: Es wird ja nicht irgendwie verbraucht wie jetzt bei Öl oder Gas sondern weil es Vertrauen repräsentieren.

00:03:07: Institutionelle Investoren halten Gold auch nicht um Cashflow zu haben sondern als Absicherung gegen systemische Risiken.

00:03:17: Was ja im Umkehrschluss heißt, Gold ist kein klassischer Angebotsnachfragemarkt, sondern eher ein Vertrauen- und Absicherungsmarkt.

00:03:27: Und genau das ist der Punkt, der die Preislogik natürlich komplett ändert!

00:03:32: Denn im Moment ist es so dass Russland Gold verkauft wenig.

00:03:40: Die meisten von euch werden das nicht mal gehört oder mitbekommen haben, denn wenn Russland Gold verkauft entsteht auf den ersten Blick ein klares Bild okay?

00:03:52: Wir haben einen großen Akteur der bringt zusätzliches Angebot in dem Markt.

00:03:57: aber jetzt kommt entscheidende Punkt dieses Angebot trifft permanente, strukturelle Nachfrage.

00:04:09: Und diese Nachfrage kommt nicht aus dem Retail-Signal sondern aus drei großen Blöcken!

00:04:17: Wer kauft denn hauptsächlich Gold?

00:04:21: Erstens Zentralbanken.

00:04:24: Zweitens institutionelle Reserve und Vorstrukturen.

00:04:28: Drittens langfristige Absicherungsstrategien von großen Vermögen.

00:04:34: Das bedeutet Im Umkehrschluss.

00:04:37: Gold wird ja nicht in großen Summen von Retail-Tradern gekauft, sondern es wird wenn man sich das anschaut was wir hier sehen ein Player eine große Player im Goldmarkt verkauft während im Hintergrund andere Groß weiter kaufen und dass auch oft unabhängig vom Preis.

00:04:59: Sondern gold ist etwas.

00:05:03: das ist dazu da um Zentralbanken, um institutionelle Anleger und Menschen mit großen Vermögen.

00:05:12: die sichern sich das durch ein Stück weit ab.

00:05:16: Weil Gold Vertrauen bedeutet!

00:05:18: Und der Goldmarkt ist dadurch größer als jeder einzelne Akteur.

00:05:24: Das ist der Kern dieses heutigen Themas in der Podcastfolge.

00:05:29: Ein einzelner Staat selbst wenn es ein großer wie Russland bewegt ja nicht jetzt den gesamten Goldmarkt nachhaltig.

00:05:38: Warum?

00:05:39: Weil gold ist ja komplett verteilt, global verteilt!

00:05:44: Nicht nur physisch sondern auch strukturell.

00:05:49: die Liquidität, die im Goldmarkt ist, die ist groß, die sind enorm und noch wichtiger.

00:05:56: Die Käuferstruktur ist grundsätzlich langfristig orientiert.

00:06:02: Das bedeutet, dass kurzfristige Verkaufswellen oft absorbiert werden und das nicht durch Spekulation sondern einfach durch die systematische Nachfrage, die im Goldmarkt herrscht.

00:06:17: Der Markt funktioniert hier nämlich eher wie soll ich sagen?

00:06:22: Wie ein Schwamm als gleichgewichtes System ersaugt Angebot auf statt darauf sofort mit Preisreaktionen zu reagieren.

00:06:32: Das heißt jetzt kommt zwar eine größere Summe Gold in den Markt, das stört dem Markt aber gar nicht weil die Nachfrage ist so stark da dass es gar nicht auffällt.

00:06:44: Weil wie schon gesagt vorher ich bin mir sicher du hast das Thema nicht mal mitbekommen und würde sich heute nicht in dieser Podcastfeuer aufgreifen und erklären Würdest du das gar nicht wissen und mitbekommen?

00:06:56: Wenn wir das Ganze nämlich mal makroökonomisch betrachten, passiert hier etwas Interessantes.

00:07:02: Goldverkäufe von Staaten oder großen Akteuren erzeugen kurzfristig Liquidität im Markt –

00:07:09: d.h.,

00:07:09: mehr Volumen, mehr Handel, mehr Bewegung im Orderflow.

00:07:13: Aber diese Liquidität führt nicht automatisch zu einer strukturellen Neubewertung dem Die große Preisbildung entsteht nicht durch einzelne Flos, sondern durch Erwartungen über die Zukunft.

00:07:29: Und diese Erwartung ändert sich jetzt nicht durch ein einzelner Käufer selbst wenn er da mal eine große Summe reinbringt!

00:07:44: Zinsentscheidungen durch geopolitische Unsicherheit, durch Vertrauensverschiebungen in Währung.

00:07:51: Das ist das was Gold im großen, großen Summen bewegt!

00:07:57: Also es ist das, was den großen, grossen Schwankungen bringen.

00:08:00: Kurz gesagt nicht der Verkauf ist entscheiden sondern der Kontext indem er passiert.

00:08:07: und da ist ein Punkt der oft unterschätzt wird denn Zentralbanken sind bei diesem Thema ja keine neutralen Marktteilnehmer, sondern sie sind der eigentliche Gegenspieler.

00:08:21: Sie sind strukturelle Akteure in diesem Markt!

00:08:26: Denn wenn einzelne Staaten jetzt Gold verkaufen während andere Zentralbanken gleichzeitig ihre Reserven aufstocken entsteht ein unsichtbares Gleichgewieh.

00:08:38: zum Beispiel hat hier China in letzter Zeit sehr, sehr viel Gold gekauft um sich unabhängige vom Dollar zu machen zum Beispiel.

00:08:48: Und das sorgt dafür dass große Verkaufsbewegungen nicht einfach einen freien Preis fall dann münden sondern stattdessen wird es systematisch absorbiert.

00:09:01: und das erklärt warum der goldpreis so stabil bleibt, selbst wenn Nachrichten über Verkäufe dominieren sollten.

00:09:10: Denn Gold ist geopolitischer Hedge!

00:09:12: Jetzt wird es nämlich noch wichtiger an der Stelle.

00:09:15: Gold ist nicht nur ein Asset Es ist ein geopolitisches Instrument denn Länder halten gold um sich unabhängiger vom Vertrauen in andere Währung zu machen.

00:09:31: das bedeutet Gold wird ja nicht gekauft, weil es rendite stark ist sondern weil es außerhalb des Systems steht.

00:09:40: und genau deshalb reagiert der Gold so stark auf Unsicherheit.

00:09:45: Aber für den Markt ist nicht eine einzelne Verkaufsnachricht relevant denn der entscheidende Treiber in gold ist nicht der Flow sondern das Vertrauen im das System selbst.

00:10:00: Das, was Gold bewegt ist nun mal Inflationserwartung, Zinspolitik, geopolitische Unsicherheiten und Vertrauensverschiebungenwährung.

00:10:12: Das haben wir zum Beispiel mit China gesehen die einfach viel gold zum beispiel hier gekauft haben.

00:10:21: Und jetzt stellt sich natürlich die Frage Wenn jetzt aber im Hintergrund zu viel passiert, warum reagiert der Preis dann nicht stärker?

00:10:31: Die Antwort auf diese Frage ist erregiert.

00:10:35: Aber nicht linear!

00:10:36: Gold bewegt sich nicht komplett in klassischer Trendmarkt sondern er reagiert in Phasen.

00:10:44: Phasend von Vertrauen das es seitwärts oder so ein leichter Rückgang.

00:10:49: Dann gibt's Phasenden von Unsicherheit in der Welt starke Nachfrage Phasen von Stress beschleunigt die Zuflüsse.

00:10:57: Und ein einzelner Verkaufsimpuls, wie wir jetzt hier in diesem Fall haben ist einfach nur ein ganz kleines Rauschen in dieser richtig großen Struktur!

00:11:09: Denn der Markt gewichtet langfristige Erwartungen stärker als kursfristige Floß.

00:11:17: Der entscheidende Punkt ist also, ich denke das sollte heute rübergekommen sein bei gold reagiert vertrauen es reagiert aufvertrauen.

00:11:27: und da kommen wir jetzt zum Kern.

00:11:30: Gold reagiert nicht primär auf Angebot und Nachfrage im klassischen Sinn ja auch aber es reagieren hauptsächlich auf Vertrauen.

00:11:40: Das siehst du ja wenn der Kurs seitwärts geht.

00:11:43: Das hatten wir dieses Jahr, wo Gold so ein bisschen... Wo man darauf gewartet hat.

00:11:48: wie ist die Zinsentscheidung in den USA.

00:11:52: Wie geht das aus?

00:11:53: Wie kommen wir in diesem Iran Krieg voran?

00:11:57: und da ist Gold seitwärts unterwegs gewesen in einer Seitwärzwase, wo man gemerkt hat es wartet darauf hier klare Impulse zu bekommen.

00:12:08: Das heißt gold is Vertrauen in Währung, Staaten, Zentralbanken, Schuldensysteme und globales Stabilität.

00:12:17: Und wenn dieses Vertrauen stabil ist bleibt Gold ruhig!

00:12:23: Wenn es anfängt zu bröckeln wie jetzt die ganzen Kriege, die in den letzten Jahren entstanden sind geopolitische Unsicherheiten da kommen ja noch andere Themen auf uns zu zum Beispiel China-Taiwan Da gibt's ja noch viele unruhe Herde.

00:12:38: wenn das beginnt zu brückeln steigt gold unabhängig davon, was einzelne Verkäufer in diesem Markt tun.

00:12:45: Das erklärt auch warum Krisenphasen Gold natürlich bisher oft stärker getrieben haben als jede physische Nachfrage.

00:12:55: und jetzt ist die Frage is nice to have diese Infos.

00:12:59: Was kannst du denn allgemein daraus für den Märkte lernen?

00:13:03: Auch wenn Du nicht im goldmarkt traders ist diese Lektion hier universell Denn viele Trader machen den gleichen Fehler.

00:13:13: Sie schauen auf einzelne Events, für KfA hier eine News dort großer Player steigt aus.

00:13:22: aber Märkte funktionieren selten linear sie funktionieren strukturell das heißt ein einzelner Akteur ist fast nie in Scheiben.

00:13:31: entscheidend ist immer das größere System dahinter Liquidität Struktur Marktteilnehmer und vor allem Erwartungen.

00:13:41: Wenn du also alles zusammenziehst, ergibt sich hier ein klares Bild.

00:13:47: Russland verkauft im Moment große Mengen Gold.

00:13:51: Logisch wäre da einem ersten Schritt das man sagt eigentlich müsste dann der Goldpreis fallen.

00:13:56: aber du siehst in dem Markt ist kein isoliertes System denn während verkauft wird mit gleichzeitig auch einen großen Summen gekauft.

00:14:07: Nicht emotional!

00:14:08: Das ist ganz wichtig an dieser Stelle, sondern strukturell.

00:14:12: Deshalb gilt Verkäufe einzelner Akteure bewegen den Markt oft weniger als die globale Nachfrage dahinter und genau deshalb ist Gold stabiler als viele das vielleicht auch erwartet haben.

00:14:28: Und wenn du aus diesem Thema heute etwas mitnehmen möchtest, dann schau nicht auf den Sichtbahntflow Schau auf das, was dahinter passiert!

00:14:39: Denn der Markt erzählt ja natürlich nicht die ganze Geschichte irgendwo an der Oberfläche.

00:14:44: Er zeigt dir da Bewegung aber die Ursache liegt in der Regel tiefer und genau dort wird aus einfachem News Trading plötzlich echtes Markeverständnis.